Dachfonds Sicherheit
Dachfonds sind Investmentfonds, die nicht direkt in Wertpapiere wie Aktien oder festverzinslichen Wertpapieren investieren, sondern ihr Geld wiederum in Investmentfonds anlegen.
Die Anzahl der Fonds, in die der Dachfonds investiert, kann schwanken, sie ist jedoch meist größer als zehn.
Ein einzelner Investmentfonds darf allerdings 20% des gesamten Fondsvermögens nicht übersteigen, da ansonsten der
Streuungseffekt verloren wäre.
Dachfonds haben somit die Möglichkeit, ihr Risiko weitaus breiter zu streuen, als dies vergleichbare Aktien- oder Rentenfonds können.
Aktienfonds beispielsweise investieren das Geld ihrer Anleger in Aktien.
Die Möglichkeiten von Aktienfonds sind daher vor allem in Zeiten sinkender Kurse begrenzt, denn ein Verkauf aller Aktien des Fonds sowie die Umschichtung in Geldmarktpapiere ist nicht möglich.
Was in Zeiten steigender Kurse positiv ist, kann sich in Bärenmärkten schnell umkehren. Zudem sind Aktienfonds häufig an eine bestimmte Region (Bsp. Europa oder Asien) gebunden und können lediglich Aktien von Unternehmen des jeweiligen Landes oder eben dieser Region erwerben.
Demgegenüber stehen Rentenfonds, die jedoch vor allem in festverzinsliche Wertpapiere investieren und in Zeiten sinkender Marktzinsen kaum Renditemöglichkeiten eröffnen können.
Dachfonds hingegen sind deutlich flexibler. Sie können sich meist aussuchen, in welche Fonds sie investieren. Steigen bei Aktien beispielsweise die Kurse in Europa, werden die Fondsmanager versuchen, entsprechende Fonds mit erstklassiger Performance in diesem Sektor zu finden.
Durch sein Investment in verschiedene Aktienfonds reduziert er aufgrund der sehr großen Zahl einzelner Aktien zudem das Risiko deutlich. Verliert eines dieser Unternehmen an Wert ist es für den Dachfonds weniger schlimm als für den reinen Aktienfonds, bei dem dieses Unternehmen beispielsweise einen Anteil von 5% des Fondsvermögens ausmacht.
Somit haben
Dachfonds die Möglichkeit, flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren und im Sinne ihrer Anleger umzuschichten.
Daneben haben Dachfonds auch die Möglichkeit, zwischen Aktienfonds, Rentenfonds und sogar Immobilienfonds frei zu wählen.
Somit müssen Dachfonds nicht zwangsläufig ausschließlich in Aktienfonds investieren, sondern können aus Sicherheitsaspekten, gerade in negativen Börsenzeiten, durch die Beimischung von Rentenfonds oder Immobilienfonds das Risiko reduzieren.
Um herauszufinden, in welche Assetklasse oder Assetklassen der Fonds investiert, sollte das Fondsportrait sowie die Zielsetzung des Fonds beachtet werden. Auch wenn ein Fonds heute ausschließlich in Aktienfonds investiert, kann dies bereits einige Wochen später deutlich anders sein. Die Performance über einen längeren Zeitraum zeigt,
wie sich der Fonds in den einzelnen Marktphasen entwickelt hat und ober er eher als Under- oder als Outperformer bezeichnet werden kann.
Trotz dessen gibt es auch bei Dachfonds Spezialisten, die beispielsweise ausschließlich in Hedgefonds investieren.
Auch wenn Statistiken zeigen, dass die Rendite von Dachfonds im Vergleich zu anderen Investmentfonds nicht überdurchschnittlich war, ü
berzeugt dennoch der Sicherheitsgedanke.
Aus diesem Grund werden Dachfonds immer beliebter. Ihr Anteil am Fondsvermögen der Privatanleger steigt stetig und wird sich wohl auch in den kommenden Jahren noch erhöhen.
Vor allem im Zuge der Abgeltungssteuer haben Banken und Finanzvermittler
vermehrt Dachfonds verkauft, denn diese haben die Möglichkeit,
Zwischengewinne wieder im Fonds anzulegen und somit einen Steuerstundungseffekt zu erreichen.
Dachfonds sind zudem nicht nur als Einzelanlage beliebt, sondern sie können
auch als Sparplan genutzt werden. Viele Fondsgesellschaften bieten hierzu ihre Fondssparpläne an, die sich vor allem für den
längerfristigen Vermögensaufbau lohnen können.